Unser Programm für die Kommunalwahl 2024

Wahlprogramm Bündnis 90 / Die Grünen Lahnstein 2024

 

Präambel

Lahnstein ist eine tolle und liebenswerte Stadt. Unsere Geschichte, unsere Lage zwischen Lahn und Rhein und unser Brauchtum machen uns einzigartig. Vor allem aber sind es die Menschen, die unsere Stadt prägen. Viele engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden, für Schulen, Kitas, Kultur, Integration und vieles mehr. Gemeinsam mit ihnen allen und ihren Ideen wollen wir unsere Zukunft gestalten. Nur gemeinsam können wir uns Herausforderungen wie dem Klimawandel oder dem Rechtsruck in vielen Teilen der Gesellschaft stellen. Nur gemeinsam können Stadt, Stadtrat und Bürgerschaft Lahnstein als lebenswerte und weltoffene Stadt erhalten und weiter verbessern.

Dafür braucht es eine Politik, die auf die Menschen zugeht und ihnen zuhört. Eine Politik, die die großen Herausforderungen unserer Zeit wahrnimmt und im kleinen Lahnstein einen Beitrag zu deren Lösung leistet. Eine Politik, die die Chancen einer BUGA 2029 erkennt und mit einem nachhaltigen Konzept dafür sorgt, dass wir auch über die BUGA hinaus profitieren können. Eine Politik, die für grüne Stadtentwicklung statt für versiegelte Flächen steht. Eine Politik der Transparenz und Ehrlichkeit. Eine Politik, die für ein Miteinander eintritt. Eine Politik, die Menschen ermutigt und unterstützt, die sich in unserer Stadt engagieren wollen.

Wir stehen für

  • den Schutz von Lahnsteins Lebensgrundlagen

  • zukunftsorientierte Verkehrskonzepte

  • eine grüne Stadtentwicklung

  • ein faires Miteinander

  • die Einbeziehung der Bürger:innen in politische Entscheidungen

  • die Stärkung des Ehrenamts

  • eine weltoffene Stadt für alle

  • nachhaltigen Tourismus und eine nachhaltige BUGA.

Bitte unterstützen Sie uns bei der Kommunalwahl im Juni 2024. Damit Lahnstein eine liebenswerte und lebenswerte Stadt bleibt. Auf den nächsten Seiten können Sie im Detail lesen, wie wir das gemeinsam mit Ihnen schaffen wollen.

 

 

Stadtentwicklung und Tourismus

Grüne Stadtentwicklung – für eine saubere Stadt, in der wir und unsere Gäste gerne leben. Wir stehen für

  • mehr Grün und weniger Beton

  • saubere Straßen

  • eine nachhaltige BUGA, von der wir noch lange profitieren

  • saubere und einladende Rheinanlagen

  • ein touristisches Gesamtkonzept, das unsere Stärken verbindet

  • ökologische und faire neue Baugebiete für alle Menschen

  • eine Stadtentwicklung, die der Klimakrise angepasst ist

 

Stadtentwicklung und Tourismus gehören für uns untrennbar zusammen. Nur wenn wir uns selbst in unserer Stadt wohlfühlen, können wir auch Touristen aus aller Welt dieses Gefühl vermitteln. Nur wenn wir selbst den Eindruck haben, in einer sauberen, sicheren und schönen Stadt zu wohnen, werden auch unsere Gäste dies so empfinden. Nur wenn wir gerne unsere innerstädtischen Radwege und öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können wir auch hoffen, dass diese breit angenommen werden. Nur wenn wir unsere kulturellen Angebote nutzen und erhalten, werden diese auch andere Menschen zum Kommen und Bleiben bewegen.

Lahnstein hat unglaublich viel Potenzial. Im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal gelegen, mit seiner Geschichte, seiner Kultur, Vereinen und unglaublich engagierten Menschen können wir viel erreichen. Die BUGA 2029 mit dem Schwerpunkt Lahnstein bietet eine tolle Chance, die wir nicht verpassen dürfen.

Leider muss hier noch viel getan werden. Lahnstein muss sauberer und grüner werden. Wir brauchen ein gut ausgebautes Radwegenetz, so dass Radfahrer in der Stadt sicher von A nach B kommen können. Die Plätze, an denen Touristen und Gäste die Stadt betreten (beispielsweise Bahnhöfe für Zugfahrer oder die Rheinanlagen für Radfahrer) müssen einladend wirken und sollten endlich barrierefrei gestaltet werden. An vielen Stellen gibt es viel zu tun und zu verbessern. Lesen Sie im nachfolgenden, wie wir dies bewerkstelligen wollen.

Stadtentwicklung und neue Baugebiete

Wir stehen für eine sinnvolle, ökologische und gerechte Weiterentwicklung unserer Stadt. Gebiete wie die Löhnberger Mühle sollten entwickelt werden, um allen Menschen das Wohnen in unserer Stadt ermöglichen zu können. Wir sollten aber nicht rein aus finanziellen Gesichtspunkten handeln. Auch nicht, weil erneut jemand droht, freiwillige Leistungen wie Theater oder Bäder zu streichen. Diesen Argumentationen schließen wir uns nicht an! Neue Baugebiete bieten viele Chancen, die wir nutzen sollten. Sie können ökologische Vorzeigeobjekte werden und für moderne Stadtentwicklung stehen. Sie können inklusiv sein und auch Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen bieten. Dies geht aber nur, wenn wir diese Gebiete für die Menschen und mit den Menschen entwickeln. Die Tatsache, dass die Stadt durch Erschließung neuer Baugebiete mehr Einkommensteuer einnimmt, darf nicht zum „Durchwinken“ der Projekte führen. Die Interessen von Investoren müssen berücksichtigt werden, aber auf keinen Fall dürfen diese allein entscheidend bei der Durchführung sein. „Ökologisch und fair“ heißt für uns „Grün und für alle“. Wir stehen für eine Entwicklung mit ausreichenden Grünflächen, Dach- und Fassadenbegrünung, regenerativen Energiekonzepten und ohne Riegelbebauung. Wir stehen für eine Entwicklung, die auch die Infrastruktur wie Verkehr, Schulen, Kitas und Anbindung berücksichtigt.

Tourismus und BUGA 2029

Nutzen wir die Chancen der BUGA 2029! Wir wollen eine nachhaltige BUGA, von der wir noch viele Jahre über das Jahr 2029 hinaus profitieren. Wir setzen uns für die Radbrücke zwischen Hafenköpfchen und Niederlahnstein ein. So hätten wir eine weitere Verbindung zwischen den Ortsteilen und durchgehenden Radweg von der Loreley bis Koblenz. Allerdings müssen wir uns zusätzlich Gedanken darüber machen, wie Touristen nicht nur an Lahnstein vorbeifahren, sondern unsere schöne Stadt auch besuchen, und das am besten schon vor der BUGA. Wir müssen die „Eintrittspunkte“ wie unsere Rheinanlagen und unsere Bahnhöfe und deren Vorplätze deutlich attraktiver gestalten. Was nutzt uns ein wunderschön restauriertes altes Rathaus, wenn von den Rheinanlagen niemand den Weg dorthin findet? Wir brauchen ein touristisches Gesamtkonzept, das einzelne Highlights miteinander verbindet. Unsere Stadt muss sauber, einladend und freundlich wirken. Wir brauchen ein logisch geführtes Radwegenetz, das es Touristen ermöglicht, gefahrlos mit dem Rad in die Stadt zu kommen und sich in Lahnstein zurecht zu finden. Das wäre ein wichtiger Baustein zur Belebung unserer Innenstadt. Weiterhin sollten schon jetzt Arbeiten an den Rheinanlagen beginnen und nicht erst, wenn die BUGA vor der Tür steht.

Stadtentwicklung und Klimakrise

Wir alle merken, dass das Wetter in den letzten Jahren extremer wird. In den Sommern ist es zu heiß und zu trocken, gleichzeitig können Starkregenereignisse verheerende Schäden anrichten. Hieran muss sich die Stadtentwicklung anpassen. Grünflächen sind ein natürlicher Puffer für extreme Wetterereignisse. Sie strahlen deutlich weniger Hitze ab als versiegelte Flächen. Zudem nehmen sie deutlich leichter Regenwasser auf. Durch eine entsprechende Bepflanzung können wir zudem etwas für die Artenvielfalt tun. Mehr Grün – weniger Beton. Das klingt so einfach, und doch wird es in unserer Stadt so schlecht umgesetzt. Wir wollen in Neubaugebieten mindestens 40% Grünflächen erhalten oder schaffen. Wir fordern, dass keine städtischen Grünflächen mehr versiegelt werden. Stattdessen sollte, wo möglich versiegelte Flächen gegen Grünflächen ersetzt werden. Zudem sollte ein grünes Gesamtkonzept für Lahnstein entwickelt werden. Hierzu wird der kommunale Klimapakt (kipki) einen großen Beitrag leisten. Hierdurch stehen der Stadt Mittel zur Verfügung, um viele Maßnahmen wie PV-Anlagen auf städtischen Liegenschaften auch zeitnah umzusetzen. Dadurch machen wir uns zudem unabhängiger von der globalen Energiekrise.

Transparenz und Bürgernähe

Unsere Bürger, die Lahnsteinerinnen und Lahnsteiner, sind das Fundament unserer Stadt. Für uns gibt es keinen Zweifel, dass wir allen Menschen zuhören und ihre Ansichten bei unseren politischen Entscheidungen bedenken müssen. Wir stehen für

  • offenen Bürgerdialog

  • Stärkung des Ehrenamts

  • Teilhabe der Bürger an politischen Entscheidungen

  • Unterstützung von Vereinen und Verbänden

  • Transparenz

  • direkten Austausch.

Was wäre Lahnstein ohne seine Menschen? Ohne all die Vereine und Verbände, ohne unser Brauchtum und ohne das unschätzbare Engagement von Ehrenämtlern? All das ist das Fundament unserer Gesellschaft und ohne geht es nicht. Allein wenn man sieht, wie viele Menschen sich für den Erhalt des JUKZ in der Wilhelmsstraße eingesetzt haben, muss man das verstehen. Für uns müssen die Menschen unserer Stadt der höchste Ansporn sein.

Wir müssen ein politisches Klima schaffen, dass das Engagement der Menschen wertschätzt. Viele Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, spüren die Unterstützung der Politik nicht immer. Große Unterstützer sind im letzten Jahr abgewandert. Immer wieder hören wir, dass ehrenamtliches Engagement erschwert wurde. Das darf einer Stadt wie Lahnstein nicht passieren. Hier muss es eine Kehrtwende geben!

Wir stehen für Miteinander und Wertschätzung. Ehrenämtler müssen gestärkt und nicht in ihrer Arbeit eingeschränkt werden. Das heißt auch, dass man ihnen zuhören und sie einbinden muss.

Wir fordern mehr Transparenz bei politischen Prozessen. Dies könnte beispielsweise durch die Übertragung von Ausschuss- und Stadtratssitzungen erreicht werden. So könnten viel mehr Menschen erreicht werden und die Gründe hinter politischen Entscheidungen besser verstanden werden.

Generell fordern wir eine umfassendere Information der Bürgerinnen und Bürgern. Momentan werden hauptsächlich Entscheidungen verkündet, die Menschen können aber nicht am Entscheidungsprozess teilnehmen. Ein Beispiel ist die Sperrung der B42 Hochbrücke. Hier wurden Bürger und Gewerbe unserer Meinung nach viel zu wenig eingebunden und dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Das wollen wir ändern. Unsere Politik steht für Transparenz, Offenheit und Bürgerbeteiligung.

Sicherheit in Lahnstein

Eine sichere Stadt ist ein wichtiges Thema in der Kommunalpolitik, auch hier in Lahnstein. Wir setzten uns für eine Sicherheitspolitik ein, die die Freiheit und Rechte der Bürger respektiert ohne übermäßige Überwachung und unangemessene Einschränkung der individuellen Freiheit.
In diesem Sinne stehen wir für

  • Ausbau präventiver Strukturen

  • Angemessene personelle Ausstattung der Sicherheitsorgane

  • Hilfsangebote zur Gewaltvermeidung

  • Präventive Sozialarbeit u.a. in Schulen

  • Förderung entsprechender Freizeitangebote

Wir möchten das Thema vernünftig angehen und setzen dabei auf einen gezielten Ausbau sozialer und präventiver Strukturen, die auch bei den Ursachen von sicherheitsrelevantem Verhalten ansetzten. Der alleinige und erweiterte Ausbau einer kommunalen Ordnungsverwaltung wird keine zukunftsweisende Lösung sein.
Mehr kommunale Ordnungskräfte mögen zwar ein subjektives Sicherheitsempfinden vermitteln, können aber durch ihre Präsenz alleine die Problematik nicht wirklich zufriedenstellend lösen. Außerdem verursacht dies dauerhaft erhöhte Kosten ohne nachweisbare Steigerung der Effizienz. Eine rein reaktive Strategie, die ausschließlich auf repressive Maßnahmen setzt, hat sich auch in der Vergangenheit als nicht nachhaltig erwiesen.
Nach unserer Ansicht kann eine ausgewogene Balance zwischen Freiheit und Sicherheit nur erreicht werden, wenn zusätzlich auch die sozialen Strukturen unterstützt werden, wenn es Hilfsangebote gibt und die präventive Sozialarbeit in Lahnstein gestärkt und gefördert wird. Hier gilt es mit Einwohner:innen, den Ordnungs- und Sicherheitskräften, Institutionen und den politischen Parteien eine gemeinsame und ausgewogene Strategie zu erarbeiten.
Die Kommunalpolitik sollte den Ausbau einer präventiven Sozialarbeit vor Ort , in Schulen und Einrichtungen konsequent vorantreiben. Mit ernsthaftem Interesse und einem ehrlichen Austausch kann eine Balance zwischen Lebensqualität und berechtigten Sicherheitsinteressen erreicht werden. Dafür braucht es neben Mut und Entschlossenheit eine offene, klare und zugewandte Kommunikation zwischen der Politik und den Bürger:innen unserer Stadt.

 

Sozialpolitik

Wir Grüne treten für ein soziales Miteinander ein. Wir stehen für

  • die Integration und Teilhabe von Migranten.

  • eine stärkere Beachtung von Chancen und Risiken des demographischen Wandels.

  • die Förderung von barrierefreiem Wohnbau, inklusiven Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenprojekten.

  • ein ausreichendes Angebot an Kindergarten- und Krippenplätzen mit flexiblen Öffnungszeiten.

  • die Erhaltung des JuKz in der Willhelmstraße und Weiterausbau zu einem Mehrgenerationenhaus.

  • die Beibehaltung der Stelle der Beauftragten für Belange von Menschen mit Behinderungen.

Wir möchten, dass jede:r unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Handicap, Einkommen oder Glaube sein Leben in unserer Stadt gemäß den eigenen Wünschen und Interessen selbst gestalten kann. Eine Stadt wird erst dadurch lebendig, dass sich alle auf Augenhöhe einbringen und mitwirken können.

Um dies in Zukunft zu erreichen, braucht es Gerechtigkeit für alle im Zusammenleben. „Gerechtigkeit für alle“ meint für uns, Lösungen zum größtmöglichen Wohle aller zu finden und dabei diejenigen zu stärken, die keine Stimme haben oder deren Stimme nicht durchdringt. In unserer Stadt ist noch einiges anzupacken, um wirkliche Chancengleichheit für alle zu erreichen.

Noch geht es in vielen Bereichen nicht vollständig gerecht zu. So wird etwa im Beruf immer noch ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht, der sich auch in der Bezahlung niederschlägt. Das wollen und können wir so nicht hinnehmen. Denn wir stehen für Zusammenhalt in einer bunten, weltoffenen und queeren Stadt. Menschenwürde und Freiheit zu schützen und zu bewahren, hat für uns höchste Priorität. Deshalb treten wir entschieden allen entgegen, die andere Menschen herabwürdigen, ausgrenzen, demütigen oder gar angreifen.

Wir wollen das JuKz in der Willhelmstraße erhalten, in dem diese Kultur gelebt wird und unterstützen alle ehrenamtlichen Vereine und gesellschaftliche und sportliche Gruppierungen, die diese Philosophie tragen und in ihrer vielfältigen Art verwirklichen.

Bildung

Grüne stehen für gute Bildung. Wir setzen uns ein für

 

  • Inklusion soweit wie möglich in den Lahnsteiner Grundschulen und Stärkung der Schillerschule als Schwerpunktschule

  • Ausstattung mit speziellen Lern- und Fördermaterialien zur Integration von zugewanderten Schülerinnen und Schülern und Kindern mit Lernschwächen

  • eine weltoffene Erziehung, die keine Rollen vorschreibt

 

Ausgangslage

 

Bildung ist nicht nur Voraussetzung für einen guten Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern auch für bessere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe. In einer großen Anzahl von Institutionen wird mit großem Einsatz Lernen ermöglicht und Bildung als hohes Gut gefördert: von den Kitas (Kindertagesstätten) über die Grund-, Förder- und weiterführenden Schulen bis hin zur Berufsschule mit ihrem breiten Bildungsangebot. Auch die VHS mit ihrem Bildungsangebot für Erwachsene, den zertifizierten Sprachkursen für Migranten bildet da eine wichtige Ergänzung.

Für die Chance auf bestmögliche Bildung bleibt jedoch – trotz Neubauten in den letzten Jahren – der Platz oft knapp. Denn gerade bei den Kitas und den Grundschulen ist bei stetig steigender Einwohnerzahl die Nachfrage groß.

Die technischen Anforderungen und Möglichkeiten wandeln sich rasant. Bestmögliche Bildung erfordert sowohl die Verfügbarkeit moderner Technik als auch Konzepte für deren sicheren, didaktisch durchdachten Einsatz. Nur so können unsere Bildungsorte bei der Ausstattung mit dem technischen Angebot Schritt halten.

Zur Schule gehört zudem der Schulweg. Insbesondere die weiterführenden Schulen befinden sich in der Kernstadt. Mit dem Rad oder Bus zur Schule zu gelangen, auch aus den Ortsteilen, ist möglich. Aber damit dies noch sicherer und schneller erfolgen kann, braucht es deutliche Verbesserungen.

 

Unsere Ansätze

 

Wir Grüne sind überzeugt davon, dass Bildung bereits vor der Schulzeit beginnt und gerade auch in Kitas eine wichtige Förderung stattfindet, die die Grundlage für den weiteren Bildungserfolg unserer Kinder legt.

Wir Grüne erkennen den Wert und die Bedeutung der Heterogenität unserer Gesellschaft an: Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen, speziellen Stärken. Damit gerade die Kinder in den Bildungsinstitutionen individuell und entsprechend der jeweiligen Situation in Familie und Umfeld gefördert werden können, braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen. Es ist Aufgabe der Stadt, bestmögliche Lösungen etwa für Öffnungszeiten von Kitas, den Weg zur Schule und die Ausstattung der Bildungseinrichtungen zu erarbeiten und bereitzustellen.

Wir Grüne sind überzeugt davon, dass Bildung sich nicht nur innerhalb in sich geschlossener Bildungsinstitutionen vollzieht, sondern dass Bildung durch außerschulische Lernorte und Lernpartner an Qualität gewinnen kann. Bildungsräume sind immer als Teil der sie umgebenden Ortsteile oder Stadtviertel zu denken. Gerade die Auseinandersetzung mit anderen Menschen, den Unternehmen und der Natur der Umgebung kann hier förderlich sein, insbesondere wenn dies innerhalb sinnvoller Strukturen geschieht.

 

Wir setzen uns ein für Kitas mit hoher Qualität und genug Plätzen, die eine Stadt familienfreundlich machen.

Wir machen uns stark für genügend Kita-Plätze in über das gesamte Stadtgebiet verteilten Einrichtungen, damit alle, die einen Kita-Platz brauchen, ihn auch bekommen. Hierzu ist Schritt für Schritt ein weiterer Ausbau der Kita-Plätze nötig, vor allem im U3-Bereich. Die Betreuungszeiten möchten wir so weiterentwickeln, dass sie wirklich den Anforderungen und der beruflichen Situation der Eltern gerecht werden. Das bisher eher statische System soll zunehmend flexibilisiert und individualisiert werden.

 

Wir fordern Schulwege, die weder steinig noch ewig sind.

Als Grüne gilt für uns das Prinzip: „Kurze Beine, kurze Wege”. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass alle Lahnsteiner Grundschulen erhalten bleiben. Auch die weiterführenden Schulen sollen Schüler:innen aus den Ortsteilen gut mit dem Bus erreichen können – ohne unnötig lange Wartezeiten. Unser Ziel ist es, dass die Bus-Fahrpläne besser auf die Schulzeiten abgestimmt werden.

 

 

 

Wir stehen für genügend Raum für eine hochwertige Bildung.

Schulen sollen so gestaltet sein, dass sie für alle genügend Raum bieten. Alle Schulen in Lahnstein brauchen ausreichend und sinnvoll ausgestattete Lernorte, um heute und in Zukunft für gute Lernbedingungen zu sorgen. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Aufnahme von Schüler*innen nicht an zu eng geplanten Kapazitäten scheitern darf. Es braucht genug Platz für alle in den Klassen- und den Fachräumen sowie für den Schulsport. Außerdem ist es wichtig, die Lernbedingungen durch kleinere Klassen zu erleichtern. Hierfür sind wir bereit, entsprechend zu investieren.

 

Naturschutz

Der Schutz unserer Natur steht für uns an oberster Stelle, denn einen zweiten Planeten haben wir nicht. Wir fordern für Lahnstein

  • grüne Klimainseln anstatt pflegeintensiver Wechselbepflanzungen

  • Stärkung des ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz

  • kompetentes, naturnahes Pflegemanagement für die Grünflächen

  • Förderung naturnaher Gärten und Aufklärung über ihre Bedeutung für den Natur- und Artenschutz

  • stärkeres Engagement für eine naturnahe Waldbewirtschaftung - Lahnstein als einer der größten kommunalen Waldbesitzer muss sich im Kreis stärker für eine naturnahe Waldbewirtschaftung und den Umbau zu einem klimaangepassten Mischwald einsetzen

  • qualifizierte und entsprechend geschulte Mitarbeiter im Bereich naturnaher Landschaftspflege

 

Natur – und Umweltschutz ist ein zentrales Anliegen der Grünen. Wir möchten zukünftigen Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen mit all den Wundern und den Möglichkeiten, die auch unsere Generation (noch) hat. Dafür tragen wir heute die Verantwortung.

Jeder kann Natur und Umwelt schützen. Dafür sind nicht immer große Projekte notwendig.

Mit vielen kleinen Schritten, die alle Bürger:innen Lahnsteins mitmachen können, kann viel erreicht werden. Wir möchten, die die sich jetzt schon engagieren unterstützen. Baum- und Beetpatenschaften, wie sie schon in vielen anderen Städten existieren, sind eine Möglichkeit. Eine Beratung und Förderung zur Anlage naturnaher Hausgärten, die Schottergärten ersetzen, sind ein weiterer Baustein der Natur in unserer Stadt wieder mehr Raum zu geben und die Artenvielfalt zu stärken.

Die städtischen Grünflächen können durch naturnahe Pflege und Pflanzung von insekten- und vogelfreundlichen Gehölzen ökologisch aufgewertet werden und wieder zu einen Lebensraum für viele Arten werden.

Zudem kann durch Auswahl an das wärmere Klima angepasster Pflanzen, das Stadtklima positiv beeinflusst werden. Die Temperaturen im Sommer sinken und die trockene Stadtluft wird mit Feuchtigkeit und Sauerstoff angereichert. Besonders Kinder und gesundheitlich angeschlagene Menschen profitieren davon.

Damit sich diese positiven Wirkungen entfalten können, ist es jedoch unbedingt notwendig ein naturnahes Pflegemanagement mit kompetentem Personal zu etablieren. Dafür möchten wir als Grüne uns einsetzen.

 

Wir plädieren zudem für eine angepasste Frühjahrs- und Sommerbepflanzung in der Stadt.

Die Wechselbepflanzungen mit vorherrschend Geranien sind nicht nur kostenintensiv, sondern auch ökologisch nicht sinnvoll. Sie verbrauchen zu viel Wasser und benötigen zu viel Pflege. Außerdem bieten sie keinerlei Lebensgrundlage für Bienen und andere Bestäuberinsekten.

Es gibt viele Alternativen, die auch die Lahnsteiner Bürger:innen aufgreifen können, wenn die Stadt zeigt wie es geht. Gerade im Hinblick auf BUGA und Bürgerbeteiligung möchten wir als Grüne dies gerne voranbringen.

In diesem Zusammenhang setzen wir uns auch für naturnahe Gestaltung des Ernst-Wagner-Parks in Lahnstein auf der Höhe ein. Hier besteht die Möglichkeit Natur Raum zur Entfaltung zu geben und gleichzeitig Erholungsraum für den Menschen zu schaffen.

 

Wir stehen auch dafür, dass sich die Stadt Lahnstein als einer der größten kommunalen Waldbesitzer im Rhein-Lahn-Kreis stärker für eine naturnahe Waldbewirtschaftung einsetzt. Der Umbau unseres Stadtwaldes zu einem klimaangepassten Mischwald ist ein wichtiger Baustein den Lahnstein zum Klimaschutz leisten kann Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen.

 

 

Verkehrspolitik

Wir engagieren uns für grüne Verkehrswende. Dabei stehen wir für

  • eine Förderung des nicht –motorisierten Individualverkehrs und des ÖPNV

  • ein fahrradfreundliches Lahnstein mit einem schulwegorientierten Radwegenetz

  • eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke im Bereich der Lahnmündung

  • einen barrierefreien Oberlahnsteiner Bahnhof

  • barrierefreie Straßen mit herabgesenkten Gehwegen

  • Verbesserung der Verkehrssicherheit

  • die optimale Vernetzung von Bussen und Bahnen im ÖPNV mit Anbindung an Koblenz

  • die bessere Anbindung vorhandener Wohngebiete, bevor weitere erschlossen werden

Nach wie vor lehnen wir die geplante „Entlastungsstraße“ wegen zu hoher Kosten und zu geringem Nutzen für Lahnstein ab.

Die Klimakrise, der Ukrainekrieg und die vielen Staus in Lahnstein zeigen: Wir brauchen eine Alltagsmobilität, die nachhaltig, finanzierbar, inklusiv und vernetzt ist. Viele der Bürger:innen unserer Gemeinde sind auf das Pendeln angewiesen. Wir brauchen Alternativen zum motorisierten Individualverkehr, die auch eine echte Alternative sind. Dies erreichen wir mit einem gut ausgebauten, attraktiven ÖPNV auf Straße, Schiene und Fähre, gut ausgebauten, auch schulwegorientierten Fahrrad- und Fußwegen und die Umstellung auf E-Mobilität.

Dazu gehört, auch im Hinblick auf die BUGA 2029, ein barrierefreier Oberlahnsteiner Bahnhof und barrierefreie Straßen mit herabgesenkten Gehwegen.

Für Lahnstein halten wir einen Rad- und Fußgängerbrücke im Bereich der Lahnmündung für wesentlich sinnvoller, ökologischer und kostengünstiger als die geplante sogenannte „Entlastungsstraße“, die lediglich vom Rheinquartier in den Hafen führen soll.
Der Erschließung neuer Wohngebiete stehen wir grundsätzlich kritisch gegenüber solange die verkehrstechnische Anbindung vorhandener Wohngebiete, (wie z.B. das Rheinquartier und der Bereich Hermsdorfer Straße / Kaserne / Gewerbegebiet), noch nicht umgesetzt ist.

 

Klimaschutz

Grüne stehen für Klimaschutz. Wir setzen uns ein für

  • umweltgerechte und klimafreundliche Stadtplanung

  • die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie im Lahnsteiner Stadtgebiet. Neben dem Klimaschutz werden dadurch auch eine Verbesserung der kommunalen Finanzen und die Unabhängigkeit von Energieimporten erreicht.

  • Überprüfung aller zukünftigen Stadtratsbeschlüsse auf Umweltverträglichkeit

  • Schutz- und Aufrechterhaltung der Artenvielfalt durch eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft

  • eine klimaangepasste, insektenfreundliche Bepflanzung aller öffentlichen Flächen. Dies spart Wasser, Geld und Arbeit zugunsten der Attraktivität und Artenvielfalt.

  • Wir setzen uns für die schnelle Erfüllung der PV-Pflicht für kommunale Gebäude ein, und fordern PV-Anlagen auch für alle kommunalen Bestandsgebäude.

  • Stärkung der Angebote regionaler, ökologischer Erzeuger

 

Die größte Bedrohung für unser Dasein als Gesellschaft ist und bleibt dabei die menschengemachte Klimakrise. Wir GRÜNE forcieren den konsequenten Klimaschutz und treiben die dezentrale Energiewende vor Ort voran. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist für die Zukunft von Rheinland-Pfalz von überragender Bedeutung. Deutlich mehr Wind- und Solarenergie sind entscheidend, um, das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Die erneuerbaren Energien sind zudem von herausragender Bedeutung für die Energieversorgung der Haushalte und der Wirtschaft. Eine entschlossene dezentrale Energiewende ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, denn durch Energieimporte fließen jährlich immer noch Milliarden Euro aus Rheinland-Pfalz und somit unserer Kommunen ab, die so der regionalen Wertschöpfung verlorengehen.

Wir setzen uns für die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie im Lahnsteiner Stadtgebiet ein. Neben dem Klimaschutz werden dadurch auch eine Verbesserung der kommunalen Finanzen und die Unabhängigkeit von Energieimporten erreicht. Wir fordern eine umweltgerechte und klimafreundliche Stadtplanung für Lahnstein. Dazu sollen grundsätzlich alle zukünftigen Stadtratsbeschlüsse auf Umweltverträglichkeit überprüft werden. Schutz- und Aufrechterhaltung der Artenvielfalt sollen durch eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft erreicht werden. Wir setzen uns für eine klimaangepasste, insektenfreundliche Bepflanzung aller öffentlichen Flächen ein. Dies spart Wasser, Geld und Arbeit zugunsten der Attraktivität und Artenvielfalt. Wir werden uns für die schnelle Erfüllung der PV-Pflicht für kommunale Gebäude einsetzen und fordern PV-Anlagen auch für alle kommunalen Bestandsgebäude. Wir unterstützen die Stärkung der Angebote regionaler, ökologischer Erzeuger.

 

Aktuelles

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